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An der Spitze stehen und sich dennoch weiterentwickeln – wie geht das?

Beitrag von Hans-Jürgen Dörrich, Unternehmensberater und Systemischer Coach

Bonn, November 2023


Kennen Sie das? Sie leiten engagiert eine Organisation, eine Abteilung oder ein Team und das verlangt Ihnen wirklich alles ab. Und dennoch spüren Sie trotz starker Identifikation und Arbeitslast den Bedarf, sich selbst über die tagesaktuellen Aufgaben hinaus weiterzuentwickeln. Die ersten Schritte finden wahrscheinlich vorab in Ihrem Kopf statt: die Wahrnehmung und Anerkennung des Anliegens. Sie erkennen an, dass Ihre eigene Entwicklung langfristig auch der Organisation zugutekommt. Vielleicht sprechen Sie sogar mit Ihrem/er LebenspartnerIn oder Mitarbeiter/In über Ihr Anliegen. Die Frage wächst und nimmt in Ihren Überlegungen immer mehr Raum ein: Sie setzen Ihre persönliche Weiterentwicklung als Priorität. Nun braucht es einen klaren Blick und einige strategische Entscheidungen. Die folgenden Überlegungen sind sicher kein Patentrezept, Sie benennen jedoch Aspekte, die Ihnen helfen, Ihren ganz eigenen Weg zu finden.


1.     Nutzen Sie Ihre aktuelle Aufgabe, um sich selbst weiterzuentwickeln. Dabei braucht es vielleicht einen Perspektivwechsel im Blick auf den konkreten Arbeitsalltag und einige strategische Schritte der Umsetzung:

a.     Zeitmanagement: Planen Sie feste Zeiten für Ihre Weiterbildung ein. Blockieren Sie beispielsweise regelmässig Zeit in Ihrem Kalender für Lern- und Entwicklungsaktivitäten.

b.     Kleine Schritte: Es ist nicht notwendig, viel Zeit auf einmal für Fortbildung aufzuwenden. Nehmen Sie sich kleine Zeitblöcke vor, die Sie konsequent nutzen können.

c.      Online-Ressourcen: Nutzen Sie Online-Kurse, Webinare und E-Learning-Plattformen, um flexibel und von überall aus zu lernen.

d.     Lernen Sie aus der Arbeit: Identifizieren Sie Bereiche, in denen Sie während Ihrer beruflichen Tätigkeit lernen können. Betrachten Sie Herausforderungen und Erfolge als Lernmöglichkeiten.

e.     Delegieren: Delegieren Sie Aufgaben, die andere Teammitglieder übernehmen können, um Zeit für Ihre Weiterbildung freizugeben.

f.      Netzwerken: Nehmen Sie an Branchenveranstaltungen, Konferenzen und Netzwerktreffen teil. Diese bieten sowohl Lernmöglichkeiten als auch Gelegenheiten zum Austausch. 

g.     In-House-Weiterbildung: Organisieren Sie interne Schulungen oder Workshops für Ihr Team. Sie können von den Lerninhalten genauso profitieren.

h.     Selbstreflexion: Nehmen Sie sich regelmässig Zeit, um über Ihre eigenen Stärken, Schwächen und Entwicklungsbereiche nachzudenken.

 

2.     Sie spüren, dass Sie neue Inhalte und Anregungen von aussen brauchen und planen eine externe Ausbildung, die Zeit in Anspruch nimmt für Präsenzmodule, webgestützte Module und intensive Lernphasen. Auch hier können sie einige strategische Überlegzungen unterstützen.

a.     Sorgfältige Zeitplanung: Das Vorhaben wird Ihren Alltag durcheinanderwirbeln, nicht nur in der Arbeitswelt. Sprechen Sie mit ihrem Arbeitgeber und Ihrem Team über flexible Arbeitszeiten und über Teilzeitarbeit.

b.     Schaffen Sie Freiraum im privaten Bereich: auch hier gibt es bestimmt Arbeiten, die zumindest zeitweise andere für Sie übernehmen können, sei es der/ die LebenspartnerIn oder eine bezahlte Kraft in Haus und Garten

c.      Berücksichtigen Sie Quality Time: bei der Zeitplanung gilt es, auch den privaten Bereich ausreichend zu berücksichtigen und einzuplanen, wie z.B. Partnerschaft, Kinder, Freundschaften. Auch davon leben Sie und auch dies braucht Zeit.

d.     Klären Sie Ihre langfristigen Ziele: Wie wollen Sie die neu erworbenen Kompetenzen einsetzen: in Ihrer derzeitigen Position oder in einem neuen Tätigkeitsbereich? Kommunizieren Sie dies in geeigneter Weise mit Ihrem Arbeitgeber und Team, wenn Ihre Entscheidung gereift ist.


3.     Nutzen Sie mentale Unterstützung und Begleitung. 

a.     Im persönlichen Umfeld: Lebenspartner, Familie und Freunde sind sicher die ersten Gesprächspartner für Ihren Entwicklungswunsch und alle Schritte des Prozesses, sobald Sie ihn begonnen haben.

b.     Im beruflichen und privaten Umfeld: neben den taktischen Überlegungen der ersten beiden Bereiche benötigen Sie sicher Unterstützung für einen in jedem Entwicklungsprozess wichtigen Schritt des Fokussierens und Grenzen setzens: Das gilt für Sie selbst und Ihre Hobbies, die sicher zunächst einmal zurückstehen müssen. Lernen Sie aber auch, Nein zu sagen, wenn zusätzliche Verpflichtungen im beruflichen oder privaten Umfeld Ihr Lernprojekt beeinträchtigen könnten.

c.      Durch Mentoring und Coaching: Suchen Sie nach Mentoren oder Coaches, die Ihnen helfen können, Ihre Führungskompetenzen zu entwickeln und den Prozess zu planen. Ein „Sparringspartner“ von aussen kann Sie bereits bei der Klärung Ihrer Ziele und der Wahl der geeigneten Mittel unterstützen. Er kann zu einem vertrauenswollen Begleiter wichtiger Prozesse werde, damit aus Wissenszuwachs auch Kompetenzen erwachsen wird und in ein echtes Persönlichkeitswachstum mündet.


Wer weiss, vielleicht entdecken Sie unterwegs ihre echten Leadership-Qualitäten und lassen Menschen an Ihrem Weg und Wachstum teilhaben. Bemerken werden sie es ohnehin.



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