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Die Anspruchsgruppen, die nicht sprechen, oder tun sie es?

Aktualisiert: 3. Mai 2023




Neben monetären Zielen wollen (oder müssen) immer mehr Firmen, Organisationen und öffentlich-rechtliche Einrichtungen nachhaltiger werden und ein Arbeitsumfeld bereitstellen, welches die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Mitarbeiter:innen sicherstellt. Aber wie kann dies erreicht werden? In diesem Artikel spreche ich darüber, wie das «erweiterte Stakeholder-Modell» Ihrer Organisation dabei helfen kann, zu einer nachhaltigeren Welt und einem gesunden Arbeitsumfeld beizutragen.


Ich lernte das erweiterte Stakeholder-Modell erstmals im Jahr 2014 kennen, als ich meine Bachelorarbeit im Straßenkinderprojekt "Ciudad Don Bosco" in Medellin, Kolumbien, umsetzte. Damals arbeitete ich mit dem Aid-Governance-Modell, das die sechs Governance-Module System-, Mission-, Stakeholder-, Integritäts-, Risiko- und Auditmanagement umfasst, um die Nachhaltigkeit und Wirkung von NGOs, Unternehmen und öffentlich-rechtlichen Einrichtungen zu steigern.


Das Modul Stakeholder-Management hat mich von Beginn weg fasziniert und mir gezeigt, wie wichtig es ist, alle Stakeholder, im damaligen Kontext Strassenkinder, zu berücksichtigen und ihnen allen eine Stimme zu geben, auch wenn sie nur begrenzt für sich selbst sprechen können.


Wenn ich mir die heutigen Herausforderungen ansehe, wie z. B. die Abkopplung von unserer Umwelt oder die mentalen und emotionalen Herausforderungen, mit denen die Mitarbeiter:innen am Arbeitsplatz konfrontiert sind, glaube ich, dass viele Arbeitgeber:innen es versäumen, alle Interessengruppen in ihr Geschäftsmodell einzubinden oder sich ehrlich zu fragen, welchen Stellenwert sie ihnen geben. In den nächsten beiden Abschnitten werde ich die Stakeholder (1) Mitarbeiter:innen und (2) Umwelt hervorheben, die von den Unternehmen oft als selbstverständlich angesehen werden.


Stakeholder 1: Mitarbeiter:innen

Ich will nicht sagen, dass Unternehmen sich nicht um ihre Mitarbeiter:innen kümmern, aber ich kann dennoch beobachten, dass viele Menschen bei Unternehmen krank werden, die nur leistungsorientiert sind, anstatt wertorientierte Aspekte in Führungsfragen einzubinden. In solchen Umgebungen ist der Druck hoch und die Angst, die Erwartungen nicht zu erfüllen, kann lähmen und in einen Teufelskreis führen. Ich glaube, dass viele Arbeitgeber:innen nur gewinnen würden, wenn sie reflektieren, was die Anspruchsgruppe Mitarbeiter:innen für sie bedeutet.


Wie würden Sie den Stakeholder Mitarbeiter:innen in Ihrem Unternehmen beschreiben? Würden Sie Adjektive verwenden wie: Cash Cow, Performer oder Worte wie Partner:innen? Wann haben Sie Ihren Mitarbeiter:innen das letzte Mal aktiv zugehört? Welche Art von Umfeld oder gelebter Kultur brauchen sie, um sich wohl zu fühlen und bereit zu sein, sich langfristig in den Dienst Ihrer Unternehmensziele zu stellen?


Stakeholder 2: Umwelt

Sie fragen sich vielleicht, warum die Umwelt ein Stakeholder Ihrer Organisation sein sollte. Sie kann doch nicht einmal sprechen, oder doch? Schreit die Umwelt nicht, indem zum Beispiel katastrophale Stürme passieren, Gletscher schmelzen und ein Rückgang der Artenvielfalt um 80 % zu bedauern ist? Ich denke, das tut sie, und sie hat eine sehr laute Stimme, wenn wir es wagen, ihr zuzuhören. Deshalb glaube ich, dass es sehr wichtig ist, der Umwelt in Ihrem Unternehmen, Ihrer Organisation oder Ihrer öffentlichen Einrichtung eine Stimme zu geben. Lassen Sie sie Ihnen sagen, wie sie die Aktivitäten Ihres Unternehmens wahrnehmen kann. Hören Sie hin, was Sie für sie tun können, damit es ihr besser geht. Trauen Sie sich zuzuhören.


Schlussfolgerung: Trauen Sie sich, zuzuhören und aktiv zu werden

Was würde passieren, wenn wir alle als Einzelpersonen und im beruflichen Kontext anfangen würden, unseren Stakeholdern, Mitarbeiter:innen und der Umwelt, besser zuzuhören? Wenn wir den Menschen aktiv unsere Aufmerksamkeit schenken, können wir verstehen, was sie fühlen, brauchen und denken. Wenn Arbeitgeber:innen beginnen, ihren Mitarbeiter:innen und der Umwelt zuzuhören, werden sie verstehen, was sie tun müssen, um mit diesen beiden wichtigen Interessengruppen zusammenzuarbeiten und sie als langfristige Verbündete für ihre Organisation und natürlich für eine gesunde Arbeitsumgebung und ein gesundes Leben zu gewinnen.


Zwei praktische Tipps für alle, die sich für dieses Thema interessieren: 1. Informieren Sie sich über Resilienzprogramme für Mitarbeiter:innen 2. Informieren Sie sich über den Global Compact oder andere Umweltprogramme in Ihrem Bereich.


Ich freue mich darauf, von Ihren Erfahrungen mit aktivem Zuhören bei Ihren Stakeholdern (1) Mitarbeiter:innen und (2) der Umwelt zu hören. Für Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.


Mit besten Grüssen

Melanie Troxler

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